Ausgabe: 03/2025
Das Internet hat unseren Alltag und unser Kommunikationsverhalten stark verändert. Neben den vielen Vorteilen, auf die heutzutage niemand mehr verzichten möchte, bietet es gleichzeitig aber auch für Kriminelle neue Handlungsfelder und Tatbegehungsmöglichkeiten. Als Cyberkriminalität bezeichnet man allgemein Straftaten, bei denen die Täter moderne Informations- und Kommunikationstechniken (aus-)nutzen. Die Delikte zeichnen sich durch eine Vielzahl von Tatbegehungsformen aus. Dabei sind die Täter grundsätzlich auf Ihr Vermögen oder Ihre persönliche Integrität aus. Dies kann beispielsweise über zwielichtige E-Mails und Webseiten oder gefälschte Konten in sozialen Medien geschehen. Cyberbetrüger kontaktieren ihre Opfer aber auch per WhatsApp, SMS oder per Telefonanruf.
Die häufigsten Betrugsmaschen im Überblick:
Haben Sie schon einmal eine E-Mail erhalten, welche angeblich von Amazon, PayPal oder von Ihrem Bankinstitut ist, die aber eindeutig nicht von dieser Quelle stammt? Dabei handelt es sich um einen sog. Phishing-Betrug. Die Kriminellen geben sich beim Phishing als seriöse Unternehmen oder Personen aus, um Nutzer dazu zu verleiten, sensible Daten preiszugeben. Hierbei haben es die Kriminellen auf Ihre persönlichen Bank- oder Kreditkartendaten oder auch Passwörter abgesehen. Entscheidend dabei ist, dass Sie beim Phishing nicht unbedingt nach Details gefragt werden; das bloße Öffnen einer solchen E-Mail oder Textnachricht kann ausreichen, um eine Software (Malware) mit unerwünschter und meist schädlicher Funktion auf Ihrem IT-System auszuführen, um beispielsweise gespeicherte Passwörter abzugreifen. Dies geschieht in der Regel im Hintergrund und ohne das Wissen des Benutzers.
Eine weitere Form der Cyberkriminalität sind fingierte Kredit- und Anlageversprechen. Hier wird – oft sogar mit prominenter Unterstützung und unter Einsatz von künstlicher Intelligenz – mit enormen Gewinnen bei Geldanlagen geworben. Der angegebene Link führt dann auf eine gefälschte Online-Trading-Website. Nach dessen Anklicken und erfolgter Registrierung wird Sie umgehend ein angeblicher „Broker“ oder „persönlicher Anlageberater“ kontaktieren, welcher dann höchst professionell versucht, die Anleger von immer größeren Investitionen zu überzeugen, um angeblich noch höhere Gewinne zu erzielen.
Betrogen werden können Sie zudem über Anzeigen, wie z.B. Wohnungsanzeigen, Kleinanzeigen oder auch Stellenangebote. Sie werden nicht selten dazu aufgefordert, vorab eine Kaution zu überweisen oder Sie zahlen für ein Produkt, welches Ihnen nie zugeschickt wird. Aber auch mittels gefälschter Profile auf Dating-Plattformen oder Social-Media-Kanälen können Menschen zu Opfern von Betrügern werden (sog. Love Scamming). Attraktive Fotos, liebevolle Komplimente und reges Interesse am Leben der Opfer verschleiern die eigentlichen Absichten der Täter. Ein persönliches Treffen kommt nie zustande, stattdessen wird mittels vorgetäuschter Schwierigkeiten und Probleme das Opfer um finanzielle Hilfe gebeten – so lange, bis die Opfer selber nichts mehr haben und hoch verschuldet sind.
Eine weitere Masche dreister Betrüger im Internet sind die sog. Abofallen. Dabei werden Ihnen unterschiedlichste Produkte (z.B. Diätpillen, Kosmetika, Filme oder Onlinespiele) angeboten. In der Regel wird der Verbraucher mit einem kostenlosen Probe-Abonnement oder Probepaket gelockt. In der Realität wird bei der Registrierung dann allerdings unbeabsichtigt ein kostenpflichtiges Abonnement abgeschlossen. Oftmals handelt es sich dabei um Angebote, die so trickreich gestaltet sind, dass deren Kostenpflicht für Verbraucher nicht ohne Weiteres erkennbar ist.
Vorsicht geboten ist auch bei Internetbestellungen über Online-Shops, die ihren Sitz häufig im Ausland (i.d.R. transatlantisch) haben. Oftmals handelt es sich um Fake-Shops, deren betrügerische Absichten teilweise nur schwer erkennbar sind. Die Betreiber solcher unseriösen Shops ändern geschickt die Namen seriöser Anbieter und Unternehmen minimal ab oder kopieren professionell bereits existierende Webseiten. Die angebotenen Produkte sind somit kaum noch von seriös oder gefälscht zu unterscheiden. Das häufigste Lockmittel ist der niedrige Preis für vermeintliche Markenprodukte.
Folgende Regeln gelten bei der Internetnutzung:
- Reagieren Sie grundsätzlich misstrauisch auf E-Mails von unbekannten Absendern, beim geringsten Zweifel löschen Sie diese unverzüglich.
- Öffnen Sie keine Dateien unbekannter Herkunft.
- Klicken Sie auf keinen Fall auf Links oder Werbebanner in E-Mails von unbekannten Absendern.
- Seien Sie grundsätzlich wachsam im Umgang mit persönlichen Daten.
- Tätigen Sie keine sensiblen Transaktionen über öffentliche Hotspots.
- Laden Sie Programme nur aus Originalquellen und Apps nur aus legalen App-Stores herunter.
- Seien Sie kritisch im Umgang mit Kontaktaufnahmen über soziale Netzwerke, auch wenn diese vom Account eines Bekannten aus erfolgen.
- Überprüfen Sie Ihre Flirtpartner:innen über Suchmaschinen: Suchen Sie nach Bildern, dem Namen, Telefonnummern oder der Adresse. Geben Sie den Namen bei Google ein und fügen Sie den Zusatz "Scammer" hinzu. Oftmals bestätigt sich so der Verdacht.
- Installieren Sie regelmäßig Ihre Updates. Auf diesem Weg schließen Hersteller Sicherheitslücken, bevor Kriminelle sie ausnutzen können.
- Nutzen Sie Virenschutzsysteme und Spamfilter, um das Einsetzen unbemerkter Schadsoftware in Ihr System zu erschweren.
- Sollten Sie Opfer einer Straftat werden, scheuen Sie sich nicht und erstatten Sie Anzeige bei der örtlichen Polizei.
Veröffentlichung durch:
Ordnungsamt Koblenz, Initiative „Sicherheit in unserer Stadt“
Ludwig-Erhard-Straße 2, 56073 Koblenz
Tel. 0261 129-4760 , E-Mail kriminalpraevention@stadt.koblenz.de
Sicherheitstipp von Sicherheitsberater für Seniorinnen und Senioren:
Petra Schmitt
Quellen: