Bauliche MaßNAHMEN

Angesichts zunehmender Herausforderungen durch Starkregen und Trockenperioden rückt ein innovatives Konzept in den Fokus der urbanen Planung: die Schwammstadt. Ziel dieses Ansatzes ist es, Städte so zu gestalten, dass sie Wasser bei Regen aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder abgeben können – ähnlich einem Schwamm.
Zudem stehen Bäume im städtischen Raum vor zahlreichen Herausforderungen: zu geringer Wurzelraum, Bodenverdichtung, Schadstoffbelastung und die extremen Bedingungen des Stadtklimas erschweren ihr Wachstum und Überleben. Das innovative Konzept der Baumrigolen bietet hierfür eine vielversprechende Lösung.
Im Zuge der Umsetzung des Pilotprojektes „Klimaresiliente Verkehrsraum- und Quartiersentwicklung Koblenz-Rauental“ werden entlang der Moselweißer Straße acht neue, standortgerechte Bäume in speziellen unterirdischen Wasserspeicherboxen gepflanzt. Diese Art Baumrigolen sammeln das anfallende Regenwasser und leiten überschüssiges Wasser gezielt in die Kanalisation ab. Dadurch steht den Bäumen mehr Oberflächenwasser als üblich zur Verfügung. Während Trockenperioden können sie so auf gespeichertes Wasser zurückgreifen.
Zudem werden Teilbereiche des Vorplatzes der St. Elisabeth-Kirche zugunsten einer Vergrößerung der Pflanzflächen entsiegelt. Bei der Auswahl der Bäume und Pflanzen wurde sowohl darauf geachtet, dass sie hitze- und trockenresistent sind, als auch möglichst vielen Insekten und Tierarten wertvollen Lebensraum bieten.
Um den bereits vorhandenen Bäumen bessere Lebensbedingungen zu bieten, wird unterirdisch Baumsubstrat eingebracht. Darauf kommt ein neuer Pflasterbelag, der nicht nur die Belange des Denkmalschutzes, sondern auch die der Klimaanpassung berücksichtigt. Durch die Wahl einer hellen Pflasterfarbe soll sich die Fläche im Sommer im Vergleich zu einem dunklen Pflasterbelag weniger stark aufheizen. Der vorhandene Klinkerbelag wird in die neue Fläche integriert und Platz für zusätzliche Sitzgelegenheiten geschaffen.
Die Umgestaltung erfolgt in drei Bauabschnitten. Begonnen wird im hinteren, linken Bereich des Kirchenvorplatzes rund um den Mammutbaum. Als zweites folgt die Neupflasterung des eigentlichen Kirchenvorplatzes. Als letztes werden die neuen Baumstandorte entlang der Moselweißer Straße eingebaut. Während der Bauarbeiten wird der Zugang zu den Häusern gewährleistet bleiben.
Einen Einblick in die bauliche Planung sowie die geplanten Maßnahmen finden Sie hier.